Play braucht Geld und verwirft Ausbauplan

(Quelle: aero.de)

Play Airbus A320neo, © Airbus

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REYKJAVIK – Play auf Pause: Der isländische Preisbrecher rückt von bisherigen Ausbauplänen in Netz und Flotte ab – und macht seine Bilanz per Kapitalerhöhung wetterfest. Investoren flüchten aus der Aktie des Icelandair-Konkurrenten, dabei lief 2023 über weite Strecken für Play gar nicht schlecht.

1,5 Millionen Passagiere – fast doppelt soviele wie im Vorjahr – und 83,4 Prozent Auslastung: Play-Vorstandschef Birgir Jonsson ist mit der Entwicklung eigentlich zufrieden – zumal das isländische Airline-Startup seinen Betriebsverlust 2023 von 44 auf 21 Millionen US-Dollar eindämmen konnte.

Der bisher verfolgte Geschäftsplan ist nach einem Wetterwechsel Ende 2023 aber nicht mehr zu halten: Preisschocks im Treibstoffmarkt, Inflation und nicht zuletzt eine “in hohem Maße ungenaue Medienberichterstattung” rund um die seismischen Aktivitäten in Island wirkten laut Jonsson massiv gegen Play.

Der Vulkanausbruch im November hat Play nach eigenen Angaben “einen drastischen Nachfrageeinbruch” eingebrockt. Seither ziehen die Buchungen laut Jonsson zwar wieder an, das Management plant für 2024 und 2025 gleichwohl merklich versichtiger.

Keine Flottenneuzugänge 2024

“2024 wird das erste Jahr sein, in dem Play keine neuen Flugzeuge in Betrieb nehmen wird”, kündigte Jonsson Einsparungen an. Zwei für 2025 vereinbarte Auslieferungen von Leasingflugzeugen hat Play ebenfalls abgesagt.

Laut aktualisiertem Geschäftsplan wird Play die Flotte bis Ende 2025 nur noch um zwei auf zwölf Flugzeuge ausbauen. So soll 2024 ein “weitgehend ausgeglichenes” und 2025 ein positives Betriebsergebnis erreicht werden.

Play fliegt seit Mitte 2021. Die Airline vernetzt, ähnlich wie einst WOW Air, mit aktuell sechs A320neo und vier A321neo Ziele in den USA und Europa über Island.

Die Airbus-Flotte soll langfristig auf 18 bis 20 Flugzeuge ausgebaut werden. Vorerst muss Jonsson das Geld zusammenhalten – und neues beschaffen: Ende 2023 hatte Play noch 21,6 Millionen US-Dollar auf den Konten. Per Kapitalerhöung will Play ihr Liquiditätspolster kurzfristig um bis zu 29 Millionen US-Dollar stärken.

An der Börse kamem die Nachrichten nicht gut an. Play-Aktien werteten am Freitag um 18,8 Prozent ab. In den vergangenen drei Monaten hat der Titel rund ein Drittel seines Werts verloren.

© aero.de 12.02.2024 10:45

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