(Quelle: flugundzeit)

Rick Rubin ist Musikproduzent. Laut Pressetext sogar einer einflussreichsten und angesehensten. Immerhin stehen Personen wie Adele, Aerosmith Red Hot Chili Peppers, Jay Z, Johnny Cash, Dixie Chicks, Metallica und Mick Jagger auf seiner Produzentenliste. Wird also stimmen. 🙂

Buchcover © O. W. Barth

Auf den ersten Blick sieht Rick Rubin eher aus wie ein indischer Guru. (Aber Vorurteile bringen selten etwas: Einer der besten deutschen Pilatus-Absetzpiloten könnte optisch sein Bruder sein.)

Auf einigen der 412 Seiten steht fast nichts. Fast nichts, wenn man die Worte zählt. Sehr viel, wenn man den Inhalt einsaugt. Und den Leerraum produktiv nutzt, um gedanklich weiterzuspinnen, eigene Gedanken dazu zu haben. Eben kreativ zu sein.

Das Buch setzt anschaulich um, was der Inhalt sagt. Könnte an Co-Autor Neil Strauss liegen, der weiß, wie man Menschen manipuliert. Ist für den Leser aber auch egal, wer was geschrieben oder in Form gebracht hat. Das Ergebnis bringt’s.

Es geht nicht darum, Kunst zu machen,sondern darum, in diesemgroßartigen Zustand zu sein,der Kunst unvermeidlich entstehen lässt.*

Bücher, die die eigene Kreativität anregen sollen, gibt es zu hauf. Besonders im Schriftsteller-Genre: Bücher die Schreiblockaden abstellen oder verhindern sollen. Rubin ist da allgemeiner. Er legt sich nicht auf die Kunst fest, die vom Zugewinn an Kreativität profitieren soll. Sein Buch, seine Tipps sind universell anwendbar.

Für jede und jeden, für jede(n) Anlass, an dem das Hirn aus den gewohnten Fahrbahnen ausweichen soll. Das Tolle daran ist die optische Umsetzung seines Wissens, die genau das widerspiegelt, was er inhaltlich ausdrückt.

Künstler aller Art sollen ihre Sinne für die Welt öffnen. Ihren Instinkten vertrauen und sich frei fühlen, mit Form, Funktion, Materialien und unterschiedlichen Sichtweisen zu experimentieren. Alle Informationen zunächst ungefiltert aufnehmen, und daraus dann neue Ideen entstehen lassen. Als Hilfsmittel schlägt er Meditation, Verbundenheit mit der Natur und Bewegung vor.

Große Werke dürfen dabei durchaus als Inspiration dienen. Man soll sogar anfangs versuchen, sie nachzuahmen. Dann aber eine neue, eigene Ausdrucksform finden. Authentizität für die eigene Kunst ist Rubin wichtig.

Manchmal ist Loslassen das beste Mittel um dranzubleiben.

Nicht beachten oder vermeiden sollte man Neinsager, Geld oder Ruhm nachzujagen. Angst vor Kritik. Keine kommerzielle Ergebnisse erwarten. Nicht mit früheren Arbeiten vergleichen. Zeit- und Ressourcenknappheit hindern ebenfalls den Kreativitätsfluss.

Es ist nicht so sehr, was er schreibt. Vieles steht, wie gesagt, auch in anderen Wie werde ich kreativ -Büchern. Es ist die Umsetzung der Lebensweisheit in Schrift und Bild, die das Buch so von anderen abhebt. Und damit vielleicht wirkungsvoller macht als bloße Bleiwüstenratgeber zur Überwindung einer Ideenblockade.

Das Universum erklärt nicht warum

Empfehlenswert

Wenn ich ein Buch aus den 2023er Empfehlungen als Lieblingsbuch aussuchen würde – es haben alle vorgestellten ihre Berechtigung, in die Liste aufgenommen zu werden! – dann wäre es in diesem Jahr kreativ. Die Kunst zu sein. Das ist klarerweise sehr subjektiv und darum gibt es eine Liste und keinen einzelnen Vorschlag. 🙂

Das Buch ist einfach schön und liebevoll hergestellt. Gutes Papier, Einband mit haptischer Struktur, ein schönes Geschenk. Und dass der Inhalt absolut lesens- und umsetzungswert für jede und jeden im Alltag ist, hatten wir ja schon so ein bis zweimal erwähnt…

*Dieses Zitat stammt vom schottischer Historiker Robert Henry. Alle anderen von Rick Rubin.

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