Boeing beantragt Ausnahmeregelung für 737 MAX 7

(Quelle: aero.de)

Boeing 737 MAX 7, © FAA

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SEATTLE – Betreiber stellen nach dem Beinahe-Unfall auf einem Flug von Alaska Airlines an mehreren 737 MAX 9 Montagemängel fest. Im Hochlauf der Produktion bleibt ein weiteres Sicherheitsproblem im Brot-und-Mutter-Programm ungelöst – Boeing bittet die US-Luftfahrtaufsicht FAA um mehr Zeit.

42 737 MAX pro Monat ab Februar 2024, 47,2 ab August 2024, 52,5 ab Februar 2025 – und 57,7 ab Oktober 2025: Boeing schickt die 737-MAX-Rate in den Steigflug.

Die neuen Etappenziele hatten Boeing-Insider erst im Dezember der “Reuters” gesteckt. Nur Wochen später dürften die Planungen schon wieder überholt sein.

Der Verlust eines sogenannten “Türstopfens” auf Alaska Airlines Flug 1282 wirft neue Qualitäts- und Sicherheitsfragen auf – denn die 737 MAX 9 N704AL ist offenbar kein Einzelfall: Alaska Airlines und United haben an mehreren 737 MAX 9 Montagefehler an der Vorrichtung festgestellt.

Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur “AP” über ein weiteres latentes Sicherheitsproblem der 737 MAX.

Aus Verbundmaterial gefertigte Triebwerkseinlässe neigen zu Überhitzung. Piloten der 737 MAX 8 und 737 MAX 9 müssen besondere Bedienvorschriften beachten. Um Schäden am Triebwerksgehäuse im Flug zu vermeiden, darf das Enteisungssystem in trockener Umgebung nicht länger als fünf Minuten laufen.

Boeing arbeitet nach eigenen Angaben an einer “langfristigen Lösung”. Weil die auf sich warten lässt, hat der Hersteller in diesem Punkt bei der US-Luftfahrtaufsicht FAA eine Ausnahme für die Zulassung der 737 MAX 7 beantragt.

Für Entwicklung und Zulassung der “notwendigen Konstruktionsänderungen” zur Vermeidung “schwerer Schäden an der Verkleidung des Triebwerkseinlasses” erbittet Boeing laut einem Antrag vom 1. Dezember 2023 eine Übergangsfrist bis 31. Mai 2026. Bis dahin sollen Piloten auch in der 737 MAX 7 die Fünf-Minuten-Regel befolgen.

737 MAX 9 am Boden

Nach Alaska Airlines 1282 hält die FAA zunächst alle 737 MAX 9 für Inspektionen am Boden. Die Behörde nimmt derzeit zudem jede 737 MAX vor Auslieferung selbst ab. Der Hersteller war zuletzt mit einem Produktionsfehler in der Lieferkette konfrontiert: Spirit Aerosystems hatte Bohrungen im Druckschott falsch gesetzt.

© aero.de Abb.: Boeing

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