Bei Dassault läuft die Rafale-Produktion heiß

(Quelle: aero.de)

Dassault Rafale F4.1, © Französische Luftwaffe

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PARIS – Dassault kann sich zurzeit vor Aufträgen für seinen Kampfjet Rafale kaum retten. Doch die Produktion des Frankreich-Fighters blieb 2023 unter Plan. Das soll sich ändern, denn Dassault heizt die Fertigung weiter an. Der Hersteller muss einen Auftragsbestand von über 200 Kampfjets abarbeiten.

Mit der Rafale reitet Dassault seit geraumer Zeit auf der Erfolgswelle. Allein 60 neue Orders konnten die Franzosen im vergangenen Jahr für ihren Kampfjet einstreichen. 42 davon gehen auf das Konto der französischen Luftwaffe und sollen zwischen 2027 und 2032 abgearbeitet werden.

Die restlichen 18 kamen aus Indonesien, als letzter Teil eines 2022 geschlossenen Vertrages über insgesamt 42 Maschinen. Die Gesamtzahl der Bestellungen für die Rafale kratzt damit an der 500er-Marke. 2022 hatte Dassault sogar 92 Aufträge gesammelt.

Die Zahl der Auslieferungen jedoch hinkt diesen Markterfolgen derzeit hinterher. Für 2023 wollte Dassault 15 Rafales an Kunden übergeben, doch es wurden nur 13. Nach den Worten von Firmenchef Eric Trappier soll sich das aber bald ändern. Man arbeite auf “Phase 2” hin, so der Dassault-Geschäftsführer am 6. März bei der Bilanzpressekonferenz. Das bedeutet die Produktion von knapp zwei Jets im Monat. Für 2024 gab Trappier 20 Auslieferungen als Ziel aus.

Henne-Ei-Problem

Mittelfristig soll die Jahres-Produktionsrate laut Trappier weiter ansteigen und sich ab 2025 bei mindestens 23 Exemplaren einpendeln. Dafür müssen jedoch zunächst noch “Herausforderungen” in der Lieferkette überwunden werden, unterstrich der Dassault-Boss in seiner Stellungnahme.

Es sei “ein bisschen wie mit dem Huhn und dem Ei”, so Trappier: “Wenn man mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass wir zur nächsten Phase übergehen, hätte ich gesagt, dass wir das nicht vorhersehen können, wir sollten zuerst verkaufen. Also gibt es eine Beschränkung für die Erhöhung der Produktionsketten, aber eigentlich brauchen wir etwas Zeit.” Die Endmontage in Mérignac biete allerdings genügend Fläche für einen weiteren Hochlauf.

211 Jets im Backlog

Von insgesamt 495 bestellten Rafales – 234 für Frankreich und 261 für den Export, gebrauchte Jets nicht eingeschlossen – waren zum Jahresende 2023 noch 211 zu produzieren.

Dieser Backlog sichert einerseits die Zukunft des Programms für mindestens zehn Jahre, andererseits ist man bei Dassault nach wie vor bestrebt, weitere Kunden für die Rafale zu begeistern. So laufen laut Trappier weiter Gespräche mit Saudi-Arabien, das womöglich 54 Rafales bestellen könnte.

Allerdings steht man hier in Konkurrenz zum Eurofighter und zur Boeing F-15EX. Für Frankreichs Armée de l’Air laufen derweil Vorbereitungen auf den geplanten Rafale-Standard F5. Hier erhofft sich Dassault für das laufende Jahr eine erste Order.

© FLUG REVUE – Patrick Zwerger Abb.: Dassault

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